Beschreibung des Verlags

1973 - 2003
30 Jahre Verlag

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Der Verlag wurde 1973 als typischer Klein-Verlag gegründet (als »Einmannbetrieb im Wohnzimmer in Gang gebracht«); die gesamte Verlags-Druckerei mußte in der Gästetoilette untergebracht werden, und meine Verlagshaus-Besucherführungen dauerten stets sehr lange, denn es konnte immer nur ein Besucher in die Verlags-Druckerei rein. 2003 feiere ich mein 30jähriges Verlags-Bestehen. Die Verlagstätigkeit bestand von 1973 bis 1978 ausschließlich in der Herausgabe einiger weniger Musiknoten; erst danach folgten Taschenbücher.

Alle Arbeiten blieben auch weiterhin in einer Hand: Schreiben, Komponieren, Fotografieren, Gestalten, Setzen, Folienherstellen, Drucken, Binden und »Verlegen«; dazu zählen noch: Werben (insbesondere Malen größerer Ölbilder in altmeisterlicher Harzölfarbentechnik zu Werbezwecken; das Gott-Hitler-Bild mißt z. B. 1,10 m mal 0,80 m), Verkaufen (Verkaufen leider nur viel zu selten!), Vorträge und Autorenlesungen halten, Musiklehrgänge im In- und Ausland geben, Diskussionen anzetteln und unvorbereitete, bescheuklappte und ängstliche Menschen schrecklich erschrecken. Praktisch alle Verlagstätigkeiten sind mühsame Handarbeit. Und wie!

Der Buchdruck läuft noch auf der »historischen« DIN-A-4-Kleinst-Offset-Druckmaschine »RKL« von Rotaprint aus dem Jahr 1959 (Baujahr geschätzt). Diese Druckmaschine ist eine Mimose, denn sie will selten das tun, was ich möchte oder zumindest gemütvoll anstrebe. Ich muß sie stets scharf beobachten, weil sie nach eigenen spontanen Einfällen unablässig und unvorhergesehen zu spinnen anfängt. Jetzt suche ich nach ganz alten Erbtanten oder ähnlichen philantropischen Persönlichkeiten, die zuviel Geld locker haben, es neigungsgemäß häufig mit beiden Händen rausschmeißen und mir eine bessere Druckmaschine mit links spendieren.

Mit meiner Papierschneidemaschine von Karl Krause, Leipzig, aus dem Jahr 1890 (geschätzt) wird die Verlagsbuchbinderei noch heute betrieben. Diese Papierschneidemaschine stammt noch aus dem Fundus des alten Postscheckamts Köln von 1909, ist ein echtes und unverbasteltes Schätzchen, wurde zum Altstoffpreis von 27,50 DM erworben, erfordert verschleißfeste Handgelenke, sportlichen Krafteinsatz, gute körperliche Kondition sowie die innere Großzügigkeit, allgemein auch mit weniger guten Schnittergebnissen zufrieden zu sein.

Manch andere Gerätschaften sind im Selbstbau – teilweise aus Sperrholz und sonstigen (gelegentlich ziemlich abenteuerlichen) Materialien zusammengebastelt worden; aus Rückwänden von Schlafzimmerschränken, krummgebogenen Nägeln, Zahnstangen aus alten Schreibmaschinen und aus Einweckgummiringen aus der Küche der leidgeprüften Ehefrau; diese Sachen waren bevorzugtes Bastelmaterial. Ob das Basteln Spaß machte? Keine Frage! Basteln ersetzt sämtliche fehlenden Erbtanten und -onkel

Das ist die Rotaprint-Offsetmaschine, die Mimose

Papierschneidemaschine von Krause, Leipzig, Baujahr ca. 1890, nur für werdende Sportler mit Sinn für Muskeltraining

Sperrholzklebegerät für Buchblöcke, das wirklich hervorragend funktioniert

Mit herzlichen Grüßen

Ihr stets zu Ihren Diensten stehender, sehr bemühter, nicht kleinzukriegender – aber unermüdlich aufmüpfiger

Lienhard Pallast