Vorwort zu
Das verstopfte Posthorn

1973 - 2003
30 Jahre Verlag

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Auszüge aus dem Vorwort:

» ... In dem kleinen, lauschigen Postamt Hermülheim bei Köln, in dem ich mich am 15. April 1952 als Anfänger mit 15 Lebensjahren zum Dienstantritt vorstellte, gab es beispielsweise

noch eine leicht angerostete, jedoch dienstlich notwendige Dezimalwaage mit geeichten Eisengewichten für die offizielle Paketannahme (Sensation: 2 Monate später hatte sie ausgedient);

wettergegerbte Landbriefträger, die auf ihren Fahrrädern neben ihrer Briefpost sämtliche Pakete auf der Lenkstange und gottweißwie mitnehmen mußten (die Polizei hat auf der Straße immer weggesehen, auch und erst recht, wenn ich als Landbriefträger unterwegs war!);

Betriebsfeste, auf denen Kollegen auf der Geige kratzten, senile Gedichte vortrugen oder im knödelnden Tenor sangen und bei der dankbaren Postbeamtenschar krachenden Applaus ernteten;

den Amtsvorsteher Oberpostmeister Klemm, der im Dachboden des Postamts Hermülheim ganz offiziell seine umfangreiche Taubenschar hielt;
den alten Postbetriebswart Löhrer, für den ich im Laden um die Ecke täglich 3 Spottjlocke kaufen mußte (das waren Zigarren Marke »Sportglocken«);

auszutragende Glückwunschtelegramme für Hochzeitsgesellschaften (die mich als Telegrammboten gelegentlich nicht vor 24 Uhr entließen, denn Mitfeiern und vor allem standesgemäßes Trinken war für eine Respektsperson von Telegrammboten im Landzustellbereich absolute Pflicht!);

nicht zu vergessen Orts-Briefträger Kippels Köbes (ein wirklich vorzüglicher Amateur-Tenor, der Hochzeitsgesellschaften und Kegelklubs unterhielt, natürlich auch auf Postamtsbetriebsfesten auftrat) und derart viele richtige Originale, daß es eine Freude war, zur großen Postfamilie gehören zu dürfen. ...

Blinzeln Sie ruhig einmal mit. Aber – seien Sie vorsichtig! Möglicherweise haben Sie von der Post bisher ein falsches Bild gehabt. Ich rücke es Ihnen zurecht. Ich lasse es Ihnen von der Wand fallen. Die Post war in Wirklichkeit ganz anders, als sogar die vielen Postbeamten meinen. Und damit Sie es alle wissen, habe ich ein paar seriöse Tatsachenberichte geschrieben, von denen Unwissende behaupten, es seien Satiren. Anfangs hatte ich wirklich vor, ordentlich zu übertreiben. Übertreibungen liegen mir aber nicht. Also blieb ich bei der Wahrheit, denn mit der Wahrheit sind wir wackeren Postbeamten immer gut gefahren, und wir wollen uns auch nicht zum Nachteil
verändern. ... «

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