Jahr der Bibel 2003
Madonnen-Preisrätsel

1973 - 2003
30 Jahre Verlag

home .....Bücher / books .... Aufsätze / essays (mit Aufsätzen "Israel heute") .....Adressen + Termine
Verlagsbeschreibung / publishers description ............art edition .......... ...

Zurück zur Vorseite

 

Heute großes Madonnen-Preisrätsel
mit wertvollem Hauptgewinn

Today the great Madonna-riddle (the holy-virgin-prize), a competition of thinking: You are winning?

 

Lady 1

Lady 2

Lady 3

Damen und Herren, dies ist ein Preisrätsel, auch wenn es auf den ersten Blick nicht so aussieht.
Preisfrage: Handelt es sich bei diesen drei abgebildeten Damen – teilweise mit Kind bestückt – jeweils um die gleiche Persönlichkeit?
Wer annimmt, es handle sich bei diesen drei Damen immer um die gleiche Persönlichkeit, hat den Hauptgewinn gezogen.

Welchen Hauptgewinn haben Sie gezogen?
Wer's wissen will, bitte hier anklicken

 

Hier folgt die Auflösung des Preisrätsels

Zwischen diesen drei Damen gibt es keinen »Unterschied«, denn es handelt sich immer um die gleiche Persönlichkeit, nämlich Maria, die Mutter des Jesus von Nazareth. In der Reihenfolge von links nach rechts sehen Sie:

1. Die Mutter des Jesus von Nazareth,

veranschaulicht dargestellt, so, wie sie mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wirklich ausgesehen hat (gemeint ist hier ihr Aussehen am Ende ihres Lebenswegs, nachdem sie mehr als ein Dutzend Kinder zur Welt gebracht hat und einfach nur abgearbeitet, ausgebrannt und müde ist).

2. Die allerreinste, selige, glorreiche und heilige Jungfrau Maria,

die Mutter »Gottes«, dargestellt in meist üblicher grandioser Verkitschung.

3. Die gekrönte Himmelskönigin Maria

mit dem Jesuskindchen-Prinzen im Arm, dargestellt als mächtige Herrscherin.


Weitere Ausführungen zur Lady 1: Die echte Mutter des Jesus von Nazareth

Dieses Mutterbild ist zwar bis ins letzte Detail ein reales, konnte jedoch weder der katholischen noch der evangelischen Kirche für ihre Zwecke nützlich sein. Also schufen sich diese Kirchen einige verfälschte Mutterbilder, mit denen sich 2000 Jahre lang prima leben, herrschen und unterdrücken ließ – und heutzutage noch läßt.

Also, liebe MitmenschInnen, erschrecken Sie bitte nicht zu sehr. Was ich hier treibe, erscheint den Frömmlern höchst gotteslästerlich – zumindest ganz ungewöhnlich, und für bescheuklappte Menschen ist es der Gipfelsturm, vielleicht sogar der Gipfelorkan der Blasphemie – aber bei dieser Blasphemie handelt es sich praktisch um die Wahrheit und um nichts als die Wahrheit. Von der wir ja nichts wissen wollen! Leider kommen die Bescheuklappten unter uns Menschen mit der Wahrheit nie so richtig zu Rande, so daß ich mich gezwungen sehe, ein wenig satirischer als sonst zu formulieren. Das hilft, wachzurütteln!

Wie damals üblich, hat die Mutter des Jesus von Nazareth »rund ein Dutzend« Kinder mit und von ihrem Mann, der sexuell rechtschaffen aktiv gewesen sein mußte, bekommen; weniger werden es ganz sicher nicht gewesen sein, denn sie und ihr Mann brauchten üblicherweise ihre leiblichen Kinder zur Alterssicherung anstelle nicht existierender Sozialversicherung. Einige ihrer empfangenen Kinder wird sie bei den damaligen hygienischen Umständen und nicht vorhandener medizinischer Versorgung nicht lebend zur Welt gebracht haben, und einige sind sicher im Jüngstenalter gestorben oder waren vielleicht geistig/körperlich behindert. Wer weiß. Die Namen ihrer Kinder wurden nur überliefert, sofern es sich um männliche Nachkommen gehandelt hat (die weiblichen Kinder galten damals nichts, sind in der Bibel also nicht namentlich aufgeführt), und das waren Jakobus, Judas, Joses, Josef, Simon und natürlich Jesus. Dieser Jesus war möglicherweise der erstgeborene Sohn, und er lernte es, jene Arbeit auszuüben, die der Vater (vermutlich war sein Name Josef) auch ausübte: Tagelöhner auf dem Bau und dort, wo gelegentlich Hilfen gebraucht wurden.

Ich möchte nicht wissen, in welcher Armut diese Mutter ihre Kinder großziehen mußte. Allein der Mangel an Hygiene wird sie unablässig verzweifeln haben lassen. Zur Hausarbeit standen keine Maschinen bereit. Noch nicht einmal Wasser gab es in ausreichenden Mengen; Mühe und Plage haben sie sicher schnell altern lassen, so daß das vorstehende Foto-Zitat als Realissimo-Darstellung dieser Frau dienen kann.

Ich möchte auch nicht wissen, was diese Frau in hygienischer Hinsicht unternahm, um zu den Zeiten, in denen sie ihre Periode hatte, mit dem Menstruations-Ausfluß fertig zu werden. Was hat sie bei Frauenkrankheiten unternommen? Womit hat sie ihre Familie, die sehr schnell zur Großfamilie heranwuchs, beköstigt? Wie hat sie die Wäsche aller Familienmitglieder gewaschen? Gab es für jedes Familienmitglied mehr als nur ein Unter- und Oberkleid? Wie und in welch kleiner Behausung hat die Großfamilie gewohnt?

All die Schwierigkeiten hat sie meistern müssen, und allen Frauen erging es in dieser Zeit im vorderasiatischen Bereich so; in diesem Umfeld lebten die unterschichtigen Frauen, und Schmutz und Armut sind das begleitende Kennzeichen sozialer Unterschichtigkeit – damals wie heute. Maria wird tagaus tagein ziemlich streng gerochen haben – um nicht zu sagen, höllisch gestunken! Hinzu kommt der übliche Mangel an Bildung, was nicht verwundert, denn Haushalts- und Tagelöhnerarbeit stellen keine Zeiten für Fortbildungsmaßnahmen bereit.

Nun ist ihr Sohn Jesus – ohne es gewollt zu haben! – zum indirekten Urheber (nicht Gründer) einer Religion geworden, der man voreilig das Prädikat »christlich« gegeben hatte. Schon das war die erste raffinierte Leistung der sich entwickelnden »sich christlich nennenden Kirchen« unter Paulus; das kuriose Wirken dieses unheiligen heiligen Paulus war das größte Unglück, das der Kirche damals überhaupt zustoßen konnte, denn ein »Christos« ist die griechische Bezeichnung für König, und dieser Jesus von Nazareth war als Tagelöhner »ein armer Hund« und alles andere als ein König! Und weil die sich christlich nennenden Kirchen zu Amtskirchen mutierten, die nach Religions-Diktatur, Macht und öffentlichem Ansehen strebten, blieb es nicht aus, daß diese Amtskirchen sich zwei Personen sofort unter den Nagel gerissen haben:

1. Jesus selbst und 2. seine Mutter.


Weitere Ausführungen zur Lady 2: Die Kitschmadonna

Die Kitschmadonna ist das absolute Sinnbild filigran-firlefanziger Schönheit (so weit das Auge reicht), voll Keuschheit hoch drei, erstklassig gepflegt, ohne Gesichtsfalten, voll Zartheit, Flitter, Lieblichkeit und kitschologischer Unschuld; in diesem Zustand entzog sie sich normalem Tod und normaler Beerdigung, und sie ist – so sagen die Verkitschten der Amtskirchen – entgegen der Direttissima schnurstracks in den Himmel aufgefahren, wo ihr schmalzlockiger Sohn (hier in zartrosa Umgebung bestens hairgestylt, zuckerig schlummernd) heute noch hauptberuflich in der allerhöchsten Unternehmensleitung tätig ist. Auf diese Weise wurde sie praktisch deus ex machina zur regina pacis, zur Königin des Friedens und noch Edlerem. Einen Haushalt samt notwendigem Krempel an Gerätschaften einschließlich Tätigkeiten ausüben wie Kochen, Schrubben und Betätigung am Waschtag einmal im Monat mußte sie auf Erden keinesfalls führen (ihre grazilen Patsche-Händchen hätten das auch nicht ausgehalten), und diese Anti-Emanze hat auch nur ein einziges Wunsch-Kind bekommen, und das als bleibende (!) Jungfrau mit einem Hymen, das auf Biegen und Brechen nicht kaputtzukriegen war; und jede Art von Geschlechtsverkehr – erst recht jeder Spaß am Orgasmus – war ihr absolut wesensfremd, weil die sich christlich nennenden Amtskirchen das nachträglich so wünschten. Stattdessen kopulierte die Schamhafte im reinen Koitus abstractus mit einem penisfreien Heiligen Geist, und es wird sich bei dieser Besamungstechnik vermutlich um eine heutzutage noch unentdeckte Art religiöser »Invitrofertilisation« allerreinster Reagenzglas-Keuschheit oder was ähnliches gehandelt haben.

Zusätzlich möchte ich noch anmerken: Das vorstehend beschriebene Mutterbild – heutzutage immer noch der Standard schwachsinniger Marienverehrung – wurde recht bald unter dem Motto »Kitsch as Kitsch can« kirchenvermarktet. Solch eine Kitschmadonna war nötig geworden, weil die Amtskirche fern von Sexualität angesiedelt werden mußte und die Kitschmadonna allen verklemmten Priestern - bis hin zum extrem marienverkitschten Papst Pius XII - und analog-behinderten Gläubigen (vor allem den zwangsenthaltsamen Patres und Nonnen in ihren Klosterzellen) als hochwillkommener Sex-Ersatz dienen konnte (und mußte!). Die Psychologie hat dafür sogar einen Extra-Fachbegriff erfunden, und der lautet »Sublimation« (Umleitung auch des stärksten Sexualtriebs in Richtung »seelisch-geistliche Ersatzbefriedigung«). So entstand ein Schickimicki-Madönnchen, das mit der echten Mutter des Jesus von Nazareth soviel gemeinsam hat wie ein schlechter, unbegabter Geigenschüler mit einem Geigenvirtuosen, der auf einer echten Stradivarius konzertiert, nämlich nichts. In meinem Buch »Vom Glockenklang zum Kriegsgesang« habe ich in diesem Zusammenhang einen neuen Begriff kreiert und genauer beschrieben, den der »frömmlerischen Onanie«.

Kitsch in Reinkultur hat eine stark ablenkende Wirkung, verzweigt den Blick auf fürchterliche Falschheiten und verhindert insgesamt scharfes Nachdenken über Ungereimtheiten, Kirchen-Diktatur, sexuelle Bevormundung sowie damit zusammenhängend jede Art von Ausbeutung der Menschen – hier der Kirchenmitglieder – zum Zweck äußerer Prachtentfaltung der kirchlichen Altmänner-Leitungshierarchie. So läßt sich die Bewirtschaftung des Menschen durch den Menschen unbehindert durchführen. Hierzu vermerke ich ganz besonders und sehr ernsthaft:

Als 1999 die privat angehäuften Besitztümer des umgebrachten Diktators Ceausescu (Rumänien) öffentlich versteigert wurden, sagte eine elegante alte Dame bei der Vorabbesichtigung der Versteigerungsobjekte (Der Spiegel 33/99, S. 135): »Nichts als Kitsch. Unglaublich, wie sich ein Mensch mit diesem Geschmack eine ganze Kulturnation unterwerfen konnte.« Ich vergleiche meine wichtige Erkenntnis:

»Eine Masse an Menschen läßt sich unglaublich leicht unterwerfen, wenn der Unterdrücker (Diktator) es vesteht, den Kitschgeschmack der Massen zu treffen und für seine Zwecke auszunutzen. Und genau das ist bei Ceausescu geschehen – vergleichsweise auch bei sich christlich nennenden Amtskirchen und deren Päpsten, Kardinälen, Priestern und sonstigen sich christlich nennenden Berufschristen. Ähnliches geschah ja auch bei Hitler, Mussolini, Bokassa und vielen anderen Personen und Organisationen.«


Weitere Ausführungen zur Lady 3: Die Herrscherin

Die Herrscherin war eine Potentatin, weit über jedem Kaiser, König, Grafen und Kardinal erhaben, mit Locken, die der Palast-Friseur dreimal täglich frisch gewaschen, aufgedreht und dann lockig gekämmt hat, ausstaffiert mit dem kaiserlich-königlichen Fummel von Goldbrokat und mit allem äußeren Klunker der Herrschaft und somit automatisch anhängendem Gewaltmonopol; und der stromlinienförmige, kantenlose Junge (mit dem angehenden Gelehrtenschädel, aber reichlich naiven Gesicht, ebenfalls vom Palast-Friseur dreimal täglich frisch gestylt) auf ihrem Arm, das allerliebste Jesulein, wird später mal der Herrscher des Weltalls (den Reichsapfel hält er jedenfalls schon recht selbstbewußt fest) und Richter zum Ende aller Tage. Somit haben wir es mit der allerwürdigsten Vertreterin der Oberschicht zu tun, die keine arme Socke mehr ist wie die eingangs geschilderte echte Maria, sondern neureiche Regentin allererster Potentaten-Klasse. Wobei es niemand zu stören scheint, wenn Mutti – wie z. B. auf diesem Bild – meist unendlich geistlos aus der Wäsche schaut.

Zurück zur Vorseite