Aufsätze und Essays zum Thema "Israel heute"

Hier: Sachbericht zum Drama Sabra und Shatila

1973 - 2003
30 Jahre Verlag

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Siehe auch Fakten, Meldungen und Meinungen zum Terroranschlag auf das World Trade Center New York am 11. September 2001 vorzugsweise für Querdenker

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Um die Palästinenserlager Sabra und Shatila
geht es in diesem Dokumentations-Beispiel.

Aufstände der Palästinenser und Kriege mit Unterstützung arabischer Nachbarländer blieben nach der Staatsgründung Israels weitgehend erfolglos. Brutale Terroranschläge (die durch nichts zu entschuldigen sind!) der palästinensischen Befreiungsorganisation (der »PLO« unter dem damaligen Chef Arafat) und anderer Organisationen, beispielsweise während der Olympiade 1972 in München, hatten zur logischen Folge, daß die Palästinenser allgemein zu Gewalttätern abgestempelt wurden und sich weltweit größtenteils in ein moralisches Abseits manövrierten, während die Israelis bedauert wurden. Die Israelis dehnten ihr Staatsgebiet weiter aus und begannen nach gewonnenen Kriegen in besetzten Gebieten weitere Verdrängungsmaßnahmen sprich Siedlungstätigkeiten. So wie die Indianer Nordamerikas werden mehr und mehr Palästinenser erbarmunglos seit Jahrzehnten in Reservaten aufbewahrt (Fachbegriff für diese Art Reservat: Palästinenserlager) und allgemein in ihrem palästinensischen Heimatland, in den Flüchtlings-Aufnahmeländern sowie in den besetzten Gebieten entweder recht und schlecht geduldet oder gejagd, ihrer Menschenrechte beraubt, in Lagern, die den Israelis zugänglich waren, von Israelis willkürlich gedemütigt, gefoltert und umgebracht.

Der Kölner Stadt-Anzeiger vermerkte am 15.05.98 aufrichtig: »Der Mythos vom „Land ohne Volk": ... Die zionistische Verheißung – „ein Volk für ein Land ohne Volk" – war von Beginn an ein Mythos. Nicht nur 520.000 Juden lebten in den Gebieten Palästinas, die nach dem UN-Teilungsbeschluß Israel zuerkannt wurden, sondern auch 350.000 Araber. ... Ursprünglich ideologisch nicht gewollt (aber durchaus militärisch erwünscht), baute die politische Führung der jüdischen Gemeinschaft – wie mehrfach belegt ist – darauf, daß ein großer Teil der Palästinenser nach Israels Unabhängigkeiterklärung das Weite suchen würde. Doch die arabische Bevölkerung Palästinas floh nicht von selbst, wie viele Israelis noch immer gerne meinen. Nachrichten über vereinzelte Massaker wie die von Deir Yassin – einem Dorf südwestlich von Jerusalem, wo jüdische Ultranationalisten am 9. April 1948 weit über 100 Menschen niedermetzelten – hatten vielerorts Angst und Schrecken verbreitet. Die Araber-Trecks in Richtung Gaza und Westjordanland schwollen erst nach solchen Meldungen an. Die Tagesbefehle richteten sich nach dem, was Israels militärische Führung für notwendig hielt. Das christliche Nazareth etwa wurde verschont. Die Regel allerdings lief zunehmend auf die Politik der systematischen Säuberung hinaus. So ließ die Haganah während der „Operation Nahschon", die den Druck von dem belagerten Jerusalem nehmen sollte, fast alle Häuser der Westkorridor-Dörfer sprengen. Jede Rückkehr der Flüchtlinge sollte verhindert werden. Besonders gnadenlos griffen die Truppen im Juli 1948, unterstützt von Artillerie und Luftbombardements, auch die arabischen Städte Ramla und Lydda (Lod) an, die als potientielle Bedrohung von Tel Aviv galten. In Lydda wurden die Männer auf Plätzen und in Moscheen zusammengetrieben, 250 von ihnen massakriert. ...«

Das »natürliche« Recht, 1948 in Palästina einen neuen Staat errichten zu dürfen, weil vor zweitausend Jahren dort einst ein israelitischer Staat bestand, war demzufolge nichts anderes als das Recht des Stärkeren. Nicht nur das moderne Israel muß ein schlechtes Gewissen in diesem Punkt »Recht des Stärkeren« haben, nicht nur beispielsweise die USA (was vergleichbar den »Umgang« mit ihren Indianern anbetrifft), sondern vergleichsweise auch wir Deutschen, denn wir haben einst vor Jahrhunderten eine bodenständige Bevölkerung im Osten (siehe Preußen) gewaltsam verdrängt und waren im Zweiten Weltkrieg intensiv damit beschäftigt, andere Länder zu besetzen und deren Bevölkerung zu demütigen, zu foltern und umzubringen.

Ich fürchte, daß braungefärbte deutsche Volksgenossen irgendwann wieder fröhliche Urständ feiern, um ehemalige deutsche Ostgebiete erneut zu beanspruchen. Vor solch einer Tragödie mögen uns alle Menschen Deutschlands bewahren, die sich zivilisiert betragen können und hoffentlich mittlerweile die moralisch wirksame Mehrheit in unserem Land auf Dauer geworden sind. Ich konstruiere dennoch: Vielleicht werden sich in 2000 Jahren Deutsche aufmachen und die ehemaligen Ostgebiete erneut besetzen, indem sie sagen: »Wir kehren heim in’s Reich nach West- und Ostpreußen und Schlesien und Böhmen und Mähren, und dies tun wir kraft unseres natürlichen und historischen Rechts«. Sollte dies in 2000 Jahren einst geschehen, so brauchen solche Urheber nur noch die Unabhängigkeitserklärung der Israelis vom 14. Mai 1948 abzuschreiben und entsprechend zu modifizieren.

Diese ausführliche Einführung hielt ich für erforderlich, um nachfolgendes Beispiel für die religiös-fundamentalistische israelische Gewaltmoral, die sich auf das mosaische Gesetz des AT stützt, zu schildern: Das Massaker an Palästinensern in den Palästinenserflüchtlingslagern Sabra und Shatila in Westbeirut (Libanon) im September 1982.

Chronologie der Ereignisse in Kurzform:

Dienstag, 14.09.82: Der designierte libanesische Präsident Beschir Gemayel fällt einem Attentat zum Opfer. Gemayel war auch Chef der »christlichen« Milizen Libanons.

Mittwoch, 15.09.82: Begin (israelischer Ministerpräsident) sendet ein Telegramm an den Vater des Ermordeten und teilt mit, daß er »über die verbrecherische Ermordung des großen Patrioten und mutigen Kämpfers für Freiheit und Unabhängigkeit Libanons schockiert ist«. Die israelische Armee besetzt Beirut.

Donnerstag, 16.09.82: Die israelische Armee umstellt auch die Flüchtlingslager Sabra und Shatila, läßt jedoch bewußt Eingänge offen, durch die sich Soldaten der Falange und »christliche« Milizen (auch Mitglieder der Haddad-Miliz) Libanons Donnerstag Nacht Zutritt verschaffen können. Ein furchtbares Massaker der Falangesoldaten und »christlichen« Milizen an den wehrlosen Palästinensern beginnt am Donnerstag. Zahl der Opfer nach späteren libanesischen Schätzungen und Vermutungen der PLO: Zwischen 1200 und 3500 Tote. Die genaue Zahl der Toten läßt sich nicht ermitteln, weil viele Leichen aus den Lagern mit unbekanntem Ziel abtransportiert werden.

Freitag, 17.09.82: Das Massaker hält den ganzen Tag an und geht noch in der Nacht zum Samstag weiter. Der Spiegel Nr. 39 vom 27.09.82 berichtet auf Seite 141: »Zwei Stunden später nähert sich der norwegische Diplomat Gunnar Flakstadt dem Lager Shatila. Er will Berichte prüfen, nach denen in den Lagern gekämpft wird. Er sieht, wie ein Bulldozer, die Schaufel voller Leichen, aus dem Lager fährt.«

Samstag, 18.09.82: Das Massaker an den Palästinensern ist zu Ende. Der Spiegel Nr. 39 berichtet weiter: »Samstagvormittag: Nach etwa 36 Stunden Dauer ist das Morden zu Ende, gleichen die Lager apokalyptischen Friedhöfen, auf denen die Leichen am Boden liegen, einzeln von Bulldozern zusammengeschoben und halb verschüttet.« Schreckliche Fotos, die später von den vorgefundenen Opfern gemacht wurden, bestätigen dieses Zitat.

Montag, 20.09.82: Das Massaker wird weltweit bekannt und stößt auf große Empörung. Die israelische Regierung bestreitet offiziell jede Beteiligung. Im Lager wurden furchtbar entstellte Leichen, die von den Milizionären notdürftig verscharrt worden waren, entdeckt. Es wird bekannt, daß die immer sehr gut informierte israelische Regierung bereits am Freitag vom Massaker Kenntnis erhalten hat. Demnach hat sie – nach dem gegenwärtigen Stand der noch recht spärlich vorhandenen Erkenntnisse – sich wegen bewußt unterlassener Hilfeleistung mitschuldig gemacht, weil sie viele Stunden nichts unternahm, um das Massaker zu beenden.

Mittwoch, 22.09.82: Der israelische Politiker Peres sagte: »Man muß kein politisches Genie sein, um angesichts des aufgestauten Hasses nach dem Mord an dem designierten libanesischen Präsidenten und Milizen-Chef, Beschir Gemayel, die Folgen vorherzusehen.« Scharon, israelischer eisenharter nationalistischer Verteidigungsminister, »um Lügen nie verlegen« (siehe Der Spiegel Nr. 40 v. 04.10.82 S. 147/150), soll nunmehr zugegeben haben, daß er die christlichen Milizen nicht nur gewähren ließ, sondern unterstützt habe. Das israelische Parlament, die Knesseth, entscheidet sich gegen eine offizielle Untersuchung des Massakers.

Zitat aus dem Kölner Stadt-Anzeiger, 23.09.82 Seite 6 Beirut/Jerusalem (dpa/ap): »Unterdessen sprach sich das israelische Parlament gegen eine öffentliche Untersuchung des Massakers aus. ... Zuvor hatte Verteidigungsminister Scharon eingeräumt, daß die israelischen Streitkräfte die christlichen Milizen in gewissem Maß unterstützt hätten. Scharon gab auch erstmals öffentlich den Anfangszeitpunkt der Aktion zu. Danach waren die Christenmilizen bereits am Donnerstagabend in die Lager eingedrungen. Nach Aussagen Scharons hätten die Israelis mit Leuchtbomben aus Flugzeugen das Gebiet für die Aktion erhellt.«

Samstag, 25.09.82: Im Kölner Stadt-Anzeiger erscheint ein Sonderbericht von Peter Gerner zu den Aufräumarbeiten in den Lagern Sabra und Shatila. Es wird den Lesern klar, daß die Palästinenser bestialisch umgebracht worden sind (Beispiel in dem Bericht: Eine Schwangere wurde aufgeschlitzt und ihr Baby geköpft).

Montag, 26.10.82: Israels Verteidigungsminister Scharon hat öffentlich bekannt, daß er den Befehl zum Einsatz der christlichen Falangisten in den Palästinenserlagern Sabra und Shatila gegeben hat.
So weit die kurzgefaßte Chronologie. Gibt es zuverlässige Augenzeugen- bzw. weitere Tatsachenberichte, die über jüdische Verantwortung Auskunft geben? Die taz (die tageszeitung) vom Freitag, dem 8. Oktober 82, berichtet unter »Rekonstruktion eines Massenmordes – Was geschah in Sabra und Shatila?«. Zitate:

»Eine französische Krankenschwester aus dem Acca-Krankenhaus, das dem südlichen Eingang der Lager gegenüber liegt, bemerkt in den Morgenstunden (Mittwoch, 15.09.82) israelische Panzer und dies vor dem Krankenhaus, direkt an der Grenze der Lager. Andere Augenzeugen sehen ein paar Meter weiter, in der Umgebung der kuwaitischen Botschaft, israelische Panzer und gepanzerte Fahrzeuge. Etwa 700 Meter weiter nördlich, am Stadion Camille Chamoun, das im Westen an den Lagerkomplex angrenzt, stehen ebenfalls israelische Panzer. Sabra und Shatila sind umzingelt.«

»Die libanesische Armee hatte bis zum Vortag die Lager umstellt gehalten und mehrfach Waffen konfisziert. Eilfertig zieht sich die Armee zurück, als die Israelis nach Beirut vordringen. „Wir erhielten in der Nacht Befehl, uns in die Kasernen zurückzuziehen", berichtet ein libanesischer Soldat.«

»Gegen 15 Uhr fragt Israels Generalstabschef Eytan über Funk an, ob die Milizen bereit seien, die Lager „von Terroristen zu säubern". Etwa eine Stunde später werden auf der Hauptstraße von Sabra-Shatila Panzerfahrzeuge ausgemacht. Die Israelis verhängen eine Ausgangssperre für alle von ihnen besetzten Gebiete. General Drori ordert den Kontaktoffizier der libanesischen Milizen, mit der Aktion zu beginnen. Um fünf Uhr findet am Flugplatz ein Appell der Miliztruppen, an dem angeblich auch Generalstabschef Eytan teilnimmt, statt. Die Milizionäre bekommen von den Israelis Kartenmaterial und Luftaufnahmen der Lager. Fast genau um 17 Uhr (Anmerkung des Verf.: Donnerstag, 16.09.82) betreten die „christlichen" Milizen von einer Kette von Sandhügeln aus, die das Lager im Westen zur kuwaitischen Botschaft und zum Stadion hin begrenzen, Shatila. Das Massaker beginnt.«

»Israels Generalstabschef Eytan erklärt später in einem Rundfunkinterview, seine Männer seien westlich der Lager stationiert gewesen, also eben dort, von wo das Massaker seinen Anfang nahm, und hätten von dort aus die Milizen nicht überwachen können.«

»Die israelischen Truppen hatten ihr Hauptquartier unweit der kuwaitischen Botschaft aufgeschlagen und in drei zerstörten Appartmenthäusern Beobachtungsposten errichtet. Vom 6. Stock der alten libanesischen Offiziersresidenz aus konnten sie die Straßen und Gassen der Lager perfekt beobachten. Die Kriegsschäden in dem Lager erlauben einen unverstellten Blick. Auf den Hügeln am Westrand von Shatila saßen israelische Soldaten auf ihren Panzern und schauten auf das Geschehen hinab, eine Beobachtung, die nicht nur zahlreiche Augenzeugen, sondern auch ein US-Diplomat (gegenüber der Zeitschrift Newsweek) bestätigt. Die israelischen Leuchtraketen, die die Gegend in helles Licht tauchten, wurden von fast allen Vierteln Beiruts aus gesehen. Ein israelischer Soldat, am Rand der Lager auf Posten, gab gegenüber der „Jerusalem Post" zu, mit seiner Mörsereinheit 2 Leuchtraketen pro Minute über die Lager gefeuert zu haben.«

»Mehrere Augenzeugen sehen Munitionskisten mit hebräischer Aufschrift auf den Straßen.«
»Um halb acht tagt das israelische Kabinett und genehmigt den Einsatz „Falangistischer Milizen", der bereits im Gang ist, um die Lager zu „säubern".« An dieser Stelle muß ausführlicher erklärt werden, was mit „säubern" wirklich geplant war. Dazu ein weiterer Augenzeugenbericht aus der taz:

»Bis in die Abendstunden donnerte um uns herum das Artilleriefeuer. Wir haben unsere Kinder genommen und uns nicht vom Fleck bewegt. Dann, gegen 6 Uhr, haben sie uns aus dem Haus geholt. Sie brachten uns, Gewehr im Anschlag, zu einem Keller Richtung Stadion. Auf den Straßen war es von den Leuchtraketen taghell. „Stellt euch hier an der Wand auf", haben sie uns schließlich befohlen. Wir haben geweint, sie sagten zu uns: „Seid froh, daß wir euch haben und nicht die Juden. Wir sind besser als die Juden", sagten sie, und dann haben sie die Männer vor unseren Augen erschossen. Meinen Mann und zwei meiner Söhne, und die vier Nachbarskinder auch. Ihr Blut lief die Wand hinab. Ein Freund war noch hinter uns hergerannt und wollte mir Windeln bringen für mein Baby. Den haben sie neben meinen Söhnen erschossen. Sie haben noch versucht, die Toten zu begraben, aber das war ihnen in der engen Gasse wohl zu schwierig. Da haben sie Matratzen über die Leichen geworfen (Anmerkung des Verf.: Dieses überhastete „Verscharren" von Leichen ist in mehreren Presseberichten übereinstimmend erwähnt). Draußen waren sie mit Bulldozern bei der Arbeit und sie warfen Handgranaten in die Häuser. Uns haben sie dann in einen Raum gesteckt, vielleicht 15 Frauen und 30 Kinder. Da drinnen haben sie die meisten Mädchen gefesselt, auch eine alte Frau, und mit denen haben sie gemacht, was sie wollten. Sie hatten Gewehre, große Messer und Pistolen. Im Raum waren schon an die 20 Tote, eine Frau haben sie regelrecht in der Mitte durchgeschlagen, und ein 9 Monate altes Kind, dessen Familie sie schon ermordet hatten, hat eines dieser Schweine noch in den Bauch geschossen und dann erwürgt. Andere wurden aus dem Raum geholt und draußen erschossen.

Wir saßen neben den Toten, die sie noch nach Geld und Schmuck durchsuchten. Wenn die ein Armband haben wollten, hackten sie der Toten die Hand ab. Wir waren die ganze Zeit bewacht, es war ein ständiges Kommen und Gehen von Soldaten. Auf einigen Uniformen habe ich die Zeder der Falangisten erkannt, auf den anderen stand etwas, was ich nicht lesen konnte. Die meisten sprachen arabisch, den Akzent der Gegend östlich von Beirut. Ich kenne die Sprache, habe 5 Jahre in Bourj Hammozud gelebt. Aber es waren auch große, blonde dabei, die sprachen nicht arabisch. Andauernd kamen Lastwagen an, da luden sie Essen, Obst und Mineralwasser und Munition ab und brachten es in den Raum. Dann machten sie noch Witze: „Willst du Schweinefleisch?" fragte der eine seinen Kumpanen. „Ich schieße dir das beste Schwein, das ich finden kann."«

Das jüdische Israel war für das Massaker verantwortlich. Eine Schlußbemerkung: Israel hat sich die Hände nicht beschmutzt, sondern die Drecksarbeit anderen überlassen.

Die Bibel war – traditionsgemäß – im modernen Israel immer noch kein Ansporn, moralisch zu handeln.

Im Kölner Stadt-Anzeiger 29.09.82, Seite 4, berichten Steven Hindy und Kate Doria über den Fortgang der Ereignisse – diesmal der aktiven Unternehmungen der israelischen Soldaten: »Verwüstete Privatwohnungen, mit Kot verschmierte Moscheen und geplünderte Krankenhäuser kennzeichnen nach Berichten von Augenzeugen den Weg der israelischen Besatzungstruppen in West-Beirut. Auf dem Flughafen, in Schulen und Mietskasernen nahmen die Soldaten alles an sich, was nicht niet- und nagelfest war. Auch Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen waren vor dem Zugriff der Soldaten nicht sicher. ... Umliegenden Geschäften ging es nicht besser. ... Ein Polizeibeamter der Hauptwache teilte mit, er wisse von mindestens 50 Klagen über Autodiebstähle durch Israelis.« Mir scheint es jetzt notwendig, an Ben Gurion und die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 zu erinnern: »Hier schuf das jüdische Volk eine nationale und universelle Kultur und schenkte der Welt das Ewige Buch der Bücher.«

Einer von mehreren späteren Berichten ist die PeP-Meldung des Kölner Stadt-Anzeigers Nr. 165/2 1990: Überschrift: »Scharon ruft erneut zum Mord an Arafat auf«. Zitat: »Jerusalem – Zur Ermordung von PLO-Führer Arafat hat Israels Handelsminister Scharon gestern erneut aufgerufen (Anmerkung des Verf.: Der Mordaufruf gegen Salman Rushdi geht in die gleiche Richtung und unterscheidet sich nicht vom Verbrechen des Mordaufrufs Scharons.). Er sagte, wenn Verteidigungsminister Rabin einen konkreten Plan zur Beendigung der Initifada und zur „physischen Vernichtung der PLO-Führung" anbieten könne, dann werde er die Forderung Rabins nach einer Erhöhung des Militärbudgets nicht nur unterstützen, sondern noch erweitern.«

Bedeutsam ist in diesem Zusammenhang, daß Scharon die »physische Vernichtung« gefordert hat, was immer mit »Töten« übersetzt werden muß, und weil er 1982 zur Zeit des Massakers in Sabra und Shatila der verantwortliche Verteidigungsminister war, dürfte die »physische Vernichtung« der Palästinenser in den Lagern Sabra und Shatila sein Gesamtvernichtungskonzept vollständig erklären. Die Mehrheit der Juden in Israel hat sich diesen Hardliner über demokratische Wahlverfahren gewünscht.

Israels Unmenschlichkeit gegenüber den Palästinensern zeigt sich weiter am Themenkomplex »Israelische Verbrechen gegen die Menschlichkeit« (beinhaltend »Kritik von Menschenrechtsorganisationen an Israel«, »Kritik der Völkergemeinschaft an Israel« und »offizielle Billigung von Verstößen gegen Menschenrechte in Israel durch oberste israelische Gerichte«). Zeitungsartikel, die Verbrechen der Israelis belegen, sind praktisch unzählbar. Hier einige ausgewählte Beispiele:

»Israelische Soldaten erschießen einen achtjährigen Jungen (Kölner Stadt-Anzeiger 12.06.89) ... Im palästinensischen Flüchtlingslager Dschebelija im Gaza-Streifen haben israelische Truppen am Wochenende einen achtjährigen Jungen erschossen. Am Sonntag starb ein 15jähriger Junge an den Schußverletzungen, die er bei demselben Zwischenfall erlitten hatte. Er ereignete sich, als 200 Araber gegen neue, computerlesbare Ausweise demonstrierten. Jugendliche hätten die Soldaten mit Steinen beworfen, diese hätten daraufhin geschossen. ...«

»Knochenbrecher mit Degradierung bestraft (Kölner Stadt-Anzeiger 25.04.91) ... Gegenstand der Anklage war ein Zwischenfall zu Beginn der Intifada: Israelische Truppen unter dem Befehl Meirs rückten am 21. Januar 1988 in das Dorf Hawara ein und nahmen zwölf Einwohner mit. Die Gefangenen wurden in einen Zitrushain geschleppt, wo die Soldaten ihnen systematisch Hand- und Fußknochen brachen ... «

»Schwere Vorwürfe gegen Israel hat die Londoner Gefangenenhilfe-Organisation Amnesty International erhoben (Kölner Stadt-Anzeiger rtr-Bericht vom 04.02.93). In einem Beitrag für die Menschenrechts-Kommission der Vereinten Nationen Genf warf Amnesty den israelischen Behörden fortgesetzte „systematische" Folter von Palästinensern in den Untersuchungshaftanstalten in den besetzten Gebieten vor. Drei Palästinenser seien noch in der Haft gestorben, einer kurz nach der Freilassung. Mit Schlägen und Elektroschocks seien rund 200 Häftlinge in der Chiam-Haftanstalt in der von Israel beanspruchten Sicherheitszone mißhandelt worden. Viele Erschießungen von Palästinensern ließen die Mutmaßung zu, daß es sich in Wirklichkeit um Exekutionen handele. Zugleich wurde auf die Tötung von 120 Palästinensern bei Zwischenfällen in Westjordanland und Gazastreifen 1992 hingewiesen.«

»Verwundete Freischärler erhalten Todesschuß (Kölner Stadt-Anzeiger 14.02.95) ... Jüngster Anlaß für scharfe Kritik an der Armee war ein vom israelischen Fernsehen ausgestrahlter Film, der zeigt, wie ein verletzt am Boden liegender Palästinenser von Soldaten erschossen wird ...«

»Mordvorwurf gegen israelische Armee erhoben (Kölner Stadt-Anzeiger 16.02.93) ... Die palästinensische Menschenrechtsgruppe El Hak, ein Zweigverband der Internationalen Juristenkommission, wirft der israelischen Armee vor, in den vergangenen Wochen sechs Araber ermordet zu haben. In allen Fällen seien die Männer nach ihrer Festnahme erschossen worden, ohne daß sie zuvor Widerstand geleistet hätten. El Hak zufolge wurde am 27. Januar ein Araber in Gaza auf offener Straße von einem Soldaten erschossen, nachdem er in einem Haus festgenommen worden war. ...«

»Geheimdienst: Tod nach Folter war Arbeitsunfall ... (Kölner Stadt-Anzeiger 1./2.05.95) Ein Angehöriger des israelischen Geheimdienstes Schin Beth hat eingeräumt, daß Mitarbeiter in der vergangenen Woche einen 30jährigen Palästinenser zu Tode gefoltert haben. „Auch wenn man sich an alle Regeln hält, kann es Arbeitsunfälle geben", zitierte die israelische Zeitung „Jedioth Achronot" am Sonntag den namentlich nicht genannten Schin-Bet-Mitarbeiter.«

»Rabin verurteilt Erschießung Kriegsgefangener (Kölner Stadt-Anzeiger 17.08.95) ... Wie der frühere israelische General Arye Biro bestätigte, haben er und ein anderer Offizier, in der Sinai-Wüste 49 ägyptische Gefangene erschossen. Er habe den Befehl gehabt, schnell vorzurücken und keine Soldaten zur Bewachung der Gefangenen gehabt. ... Ein israelischer Militärhistoriker sagte zudem, Soldaten unter dem Kommando des jetzigen Wohnungsbauministers Ninyamin Ben Eliezer hätten im Krieg des Jahres 1967 rund 300 ägyptische Kriegsgefangene getötet, die sich zuvor ergeben hatten.«

»Palästinenser starb an Folgen von Folter (Kölner Stadt-Anzeiger 29./30.04.95) ... Der in israelischer Haft gestorbene Palästinenser Abdel Samad Harisat ist den Folgen von Mißhandlungen erlegen, die ihm beim Verhör zugefügt wurden. ... der Mann ... sei durch die Sicherheitspolizei Schin Bet 20 Minuten lang geschlagen und getreten sowie mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen worden. Laut Regierungserlaß ist Schin Bet befugt, bei Verhören „angemessenen körperlichen Druck" auf Häftlinge auszuüben. Regeln werden nicht veröffentlicht ... «

»Schweigende Zeugen der Folter (Kölner Stadt-Anzeiger 14.08.96) ... Ohne das stille Mitwirken des medizinischen Gefängnispersonals aber, ist die Gefangenenhilfsorganisation überzeugt, könnte dieses System der Anwendung kontrollierter Zwangsmittel nicht funktionieren. Die Folter findet statt „unter konstanter medizinischer Überwachung" – so auch der Titel des ai-Berichts (Anmerkung des Verf.: ai = Amnesty International). ... Die ärztliche Aufsicht dauert freilich während der Vernehmung an, und je nach Befund werden die Methoden modifiziert.«

»Israels höchster Gerichtshof billigt Folter (Kölner Stadt-Anzeiger 17./17.11.96) ... Der höchste israelische Gerichtshof hat dem Inlandsgeheimdienst Schin Beth ausdrücklich die Anwendung physischer Zwangsmittel erlaubt ...« (Mord im Staatsauftrag gilt mittlerweile sogar auch in Frankreich als selbstverständlich (Kölner Stadt-Anzeiger 25.08.94). ... drei goldene Regeln für „Homo-Aktionen" [Anmerkung des Verf.: Hier sind die staatlichen Mordaktionen gemeint]: Über sie wird vom Staatschef persönlich entschieden, sie geschehen nie auf französischem Terrain und dürfen sich nicht gegen einen französischen Staatsbürger richten.«)

»Monatelang ohne Urteil in Haft – Israel mißachtet Menschenrechte in besetzten Gebieten« (Kölner Stadt-Anzeiger 14.12.89)«

»Mißhandlung der Araber macht große Freude – Schüler zeigen keine Reue nach Prügelaktion (Kölner Stadt-Anzeiger 17.05.88) ... 60 Oberschüler und Mitglieder der paramilitärischen „Gadna"-Jugendbewegung waren zu Hilfsarbeiten in einem Militärlager bei Ramallah auf der Westbank abgeordnet, als einige von ihnen Zutritt erhielten zu einem dortigen Gefangenenlager. „Wir fragten, ob wir ‘frei zuschlagen’ dürften", erinnert sich Yuval mit selbstsicherm Ton. Und der verantwortliche Soldat habe in etwa geantwortet: „Meinetwegen, warum nicht?" Zwei von ihnen hätten dann auf arabische Gefangene eingeschlagen, die gefesselt und mit verbundenen Augen am Boden saßen. Später seien sie wieder vorbeigekommen, und „ich habe den einen sofort wiedererkannt. Ich habe ihm sofort die Augenbinde heruntergezogen und ihm einen Boxhieb ins Gesicht gegeben. Er begann um Gnade zu flehen, daß ich nicht schlagen solle, aber ich habe ihm ins Gesicht geschlagen." Auch auf einen anderen Gefangenen habe er eingeschlagen: „Ich ergriff ein Winkeleisen und hab’ ihn damit fast totgeschlagen. Der sah aus wie ein Teig, ein Klumpen von Knochen und Fleisch, als ich mit ihm fertig war. Mensch, die habe ich alle mit Schlägen auseinandergenommen."... «

Die Menge entsprechender Presseberichte ist derart groß, daß es jetzt genügen muß, die Namen der Organisationen, die Kritik übten, zu vermerken: Amnesty International, Internationale Juristenkommission, Palästinensische Menschenrechtsgruppen, Israelische Menchenrechtsgruppe B’tselem, Middle East Watch, Internationales Rotes Kreuz, Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen, Weltgesundheitsorganisation, israelische Friedensorganisation Peace Now, UN-Kommission zur Abschaffung von Rassendiskriminierung, Generalversammlung der Vereinten Nationen, Antifolterausschuß der Vereinten Nationen, Europaparlament.

Abschließend ein Zitat aus »Medico« 2/93, dem Rundschreiben der »medico international« (Anmerkung des Verf.: medico international ist eine uneigennützige internationale Gemeinschaft von Ärzten für die medizinische Versorgung in der Dritten Welt): »Als Volk sind die Palästinenser von Ausrottung bedroht.« Ich sehe diese Situation genau so.


Mit freundlichen Grüßen

Lienhard Pallast


Hier noch ein Zitat von Günter Grass aus dem Kölner Stadt-Anzeiger vom 22.10.01:

" .. Israel muss nicht nur besetzte Gebiete räumen. Auch die Inbesitznahme palästinensischen Bodens und seine Besiedlung ist eine kriminelle Handlung. Das muss nicht nur aufhören, sondern rückgängig gemacht werden. Sonst kehrt dort kein Frieden ein. ... "


Zuschriften von Seitenbesuchern per eMail

(Hinweis: Hier veröffentlichte Zuschriften werden, weil das Thema sehr diffizil ist, ausnahmslos ohne Nennung des Absenders und ggf. verkürzt wiedergegeben! So wird auch in Zukunft verfahren werden.


Sehr geehrte Damen und herrn !

als palästinnenser möchte ich mich bedanken, das sollsche leute wie euch gibt die sich kömern um unserer Volk .

Mit freundliscen Grüssen


danke für ihre email, ihre seiten sind auch sehr wichtig...
wir werden sie in unserem email-verteiler ,wenn sie nicht dagegen haben, aufnehmen


Heute habe ich mit grosse Interesse und Trauer Ihren Bericht über das Massaker in den Lagern von Sabra und Shatila gelesen. Diese Bilder haben mich seit meiner frühsten Kndheit geprägt. Unzählige male habe ich schon ... Menschen davon berichtet. Da stellt sich die Frage, wo die Schweigeminuten oder diese Anteilnahme war, als dies geschah. Jeder Mensch, jeder Politiker der sich nicht dazu äußerte und jeder, der dem Henker Sharon die Hand schüttelt ist mitschuld. Aber da sie offensichtlich mehr Möglichkeiten haben, sollten sie doch noch stärker in die Öffentlichkeit treten und die Wahrheit berichten. Ich bedanke mich für diese interessante Seite.  


Meine persönliche Anmerkung hierzu vom 27.10.01

Ich stehe auf der Seite der Palästinenser, denn ihnen droht der Genozid mit Namen "Ausrottung durch jüdische Religionsrassisten". Siehe auch ein Zitat aus »Medico« 2/93, dem Rundschreiben der »medico international« (Anmerkung des Verf.: medico international ist eine uneigennützige internationale Gemeinschaft von Ärzten für die medizinische Versorgung in der Dritten Welt): »Als Volk sind die Palästinenser von Ausrottung bedroht.«

Dieser Ausrottungsvorgang hat sich 2000/2001 beschleunigt.

Die Palästinenser wurden seit 1948, dem Jahr des kriminellen Landdiebstahls durch Juden, so wie die Indianer Nordamerikas erbarmunglos in Reservaten aufbewahrt (Fachbegriff für diese Art Reservat: Palästinenserlager) und allgemein in ihrem palästinensischen Heimatland, in den Flüchtlings-Aufnahmeländern sowie in den besetzten Gebieten entweder recht und schlecht geduldet oder gejagd, ihrer Menschenrechte beraubt, in Lagern, die den Israelis zugänglich waren, von Israelis willkürlich gedemütigt, gefoltert und umgebracht.

Die jüdischen Religionsrassisten nennen als Grundlage für ihre Taten die Bibel, ihre Thora. Die Bibel ist keinesfalls das Ewige Buch der Bücher, sondern, wie nachweisbar ist, eine leicht durchschaubare Anweisung für sakrosankten Mord und Genozid, durchzuführen auf göttlichem Befehl unter göttlicher Anleitung, zugunsten eines damaligen Volks, das sich - wie heute der jüdische Staat in Israel - durch Dauerpflege eines religiösen Rassismus auszeichnete.


"Wieviele Tote kostet ein Landdiebstahl?"

Ein lyrisches Gedicht
von Lienhard Pallast


im kindergarten
wurde einst
erzählt, wie es
mit jericho
gewesen war.

„ ... da zog ein großes judenheer
aus einem weit entfernten land
vor die mauern einer stadt
namens jericho.

juden bliesen auf posaunen,
und die mauern dieser stadt
fielen einfach um.
bumm."

hei, das war zum lachen schön.
„kinder, nehmt kartons und schachteln,
denn wir bauen eine stadt,
die ‘ne große mauer hat.
stellt euch alle dann davor,
schiebet all mit voller kraft,
und die mauer stürzt dann ein,
wie zuvor bei jericho."

und die mauer fiel auch um.
bumm.

das gab fürwahr ein groß geschrei
und helles lachen nebenbei.
sonst passierte keinerlei
unglück.

was sollte auch besonderes,
fürchterliches, schreckliches,
hier im ernst geschehen sein?

wer von heute hat die sicht,
unverzerrt auf jericho?
wer kann sehn, wie es zuvor
in alten zeiten wirklich war?

menschen so wie du und ich,
dumm und klug,
arm und reich,
klein und groß,
dick und dünn,
lebten gern in jericho.

menschen, die wohnten,
und liebten,
und land bebauten,
und handel trieben,
und sex hatten,
und gut waren,
und böse waren,
und soffen,
und hurten,
und kinder großzogen,
und glücklich waren.

jedoch einen andern gott
als den fremden judengott
verehrten.

„das ist ihr verbrechen",
sagten die juden in jenen tagen,
„drum sind sie jetzt
freigegeben zum abschuß,
zu mord und totschlag
aller bewohner
auf gottes heiligen befehl
im heiligen bann,
zur plünderung
allen besitzes
und entwendung
von grund und boden!
so steht’s in der bibel,
dem ewigen buch der bücher,
dem heiligen buch gottes,
frei gegeben zum nachlesen.

und die juden erstürmten
nach dem fall der mauer
die stadt mit dem hübschen
prosaisch gewordenen namen
jericho.

die einwohner,
mit männern jung und alt,
und frauen jung und alt,
und kindern jung und alt,
wurden sämtlich massakriert.
im namen des heiligen gottes.
fielen sämtlich durch das schwert
der juden
im heiligen bann
bis in die leichenstarre,
weil sie nicht überlebten.
denn der heilige gott
wollte es so,
sagten die juden, weil die leute dort
den gott der juden
einfach nicht verehren mochten.

„nein, das war kein landdiebstahl",
sagen juden heutzutage,
nicht vor scham
tief errötend
und verlegen.
„gott persönlich gab das land
uns juden, die er auserwählt.
dafür müssen wir uns doch
nicht entschuldigen?
für gottes wort entschuldigen?
wie, bitte?
wo kämen wir denn da
überhaupt hin?"

neue zeiten, alte sitten,
wieder haben juden
land gestohlen,
das nicht ihres war.
denn es war
kein menschenleeres land.

dort wohnten schon
seit langer zeit
menschen so wie du und ich.
arabische ureinwohner,
palästinenser.
dumm und klug,
arm und reich,
klein und groß,
dick und dünn,
die wohnten,
und liebten,
und land bebauten,
und handel trieben,
und sex hatten,
und gut waren,
und böse waren,
und soffen,
und hurten,
und kinder großzogen,
und glücklich waren.

und wieviel tote kostet dieser
neue landdiebstahl?

ureinwohner,
die nicht schnell
flüchteten,
wurden bedrängt,
wie sklaven behandelt,
ihrer menschenrechte beraubt,
so, wie früher
in südafrika
die weißen
mit den schwarzen
verfuhren.
auf jahrzehnte in lager gesteckt.
bis heute.
gedemütigt,
gefoltert.
in lagern,
in ihren häusern
und auf der straße
massakriert,
männer jung und alt,
und frauen jung und alt,
und kinder jung und alt,
auch in sabra und shatila
und in dschenin,
auf der straße abgeknallt.
ohne gerichtsverfahren
mit nachfolgendem urteil.

das dumme war,
der ureinwohner gott
war mittlerweile
längst der gott
der juden, die das land
schon wieder stahlen,
geworden.

das ist die einfache logik
barbarischen
tötens und
mordens.

das ist die neue dimension
barbarischer religionen,
wie sie schrecklicher
nicht sein können.

wer fürchtet sich vor gott?
wer fürchtet sich vor’m schwarzen mann?
niemand?
wirklich niemand?

und nun wundern sich die neuen juden
über der gedemütigten
widerstand,
terrorismus,
selbstmordattentate,
geduld und
unerschöpfliche hoffnung,
dort wieder zu wohnen,
wo einst ihre heimat,
aus der sie vertrieben.

als die nazigeformten deutschen
rußland unterjochen wollten,
hatten sie keinen gott
des religionsrassismus
im rücken,
der ihnen befahl,
rußlands erde zu stehlen
und die bevölkerung
im unheiligen bann
mit dem schwert zu massakrieren
oder mit der pistole
oder mit der maschinenpistole
oder mit dem gas
oder mit der waffe hunger.
wohl aber
hitler,
himmler,
göbbels,
eichmann,
und sonstige ersatzgötter
eines genetischen rassismus.

die neuen juden haben keinen
hitler,
himmler,
göbbels,
eichmann
und sonstige ersatzgötter
eines genetischen rassismus.
nur ihren gott aus alter zeit.
der ist ihnen genug,
all das wieder zu erledigen,
was vor tausenden von jahren
in jericho
im namen dieses gottes
begonnen wurde.

jetzt fallen schon wieder menschen um.
bumm.

wenn derart viel umfällt,
fällt uns zivilisierten zuschauern
nichts dabei ein?
oder sind wir
wie die neuen juden
etwa auch nicht zivilisiert?
auch barbaren?
religionsrassisten?
mörder?
immer noch
gott lobende
schänder
und
schinder?

wir lesen immer noch
träge und gedankenlos
in biblischen schriften.
auch über texte von jericho.
dort fiel hauptsächlich so hübsch
und pittoresk
bei posaunenschall
die ganze stadtmauer um.
bumm.

mehr fällt uns, den oberflächlichen
und nichtwissenden
und nicht lernenden,
wenn über diese
hübsche story berichtet wird,
immer
noch
nicht
ein.

ich fürchte diesen
gott
und alle,
die ihn
loben.


Siehe auch Fakten, Meldungen und Meinungen zum Terroranschlag auf das World Trade Center New York am 11. September 2001

Siehe auch Staatsgründung Israels

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Tag der letzten Bearbeitung: 08.01.07